Porsche
meets
Electro

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Der Elektro Porsche

Wir sind Liebhaber luftgekühlter Porsche 911 Oldtimer und haben durch Restaurationen und Umbauten schon einiges an Erfahrung gesammelt. Einmal von diesem Virus infiziert kommt man nicht mehr davon los. Aber die Welt dreht sich weiter und die Entwicklung bleibt nicht stehen. E-Mobilität polarisiert. Wir wollten ganz bewusst mal loslassen und den Blick in die Zukunft richten.

Als „Petrolheads“ haben wir mit dem Projekt versucht, die alte Liebe mit der neuen Technologie zu verbinden. Man könnte auch sagen „History meets Future“. Es verbindet nicht nur die Klassiker mit der Innovation sondern auch die junge mit der alten Generation.

Mit diesem Spirit haben wir das Vater-/Sohn-Umbauprojekt gestartet. Dass der Weg für uns als Neulinge wahrscheinlich sehr steinig wird war klar. Jedenfalls hatten wir uns von Anfang an eingeschworen, dass Aufgeben keine Option sein wird.

Nach zwei Jahren und ca. 2000 Arbeitsstunden war es dann soweit. Der Porsche 911 Targa Baujahr 1980 wurde vom TÜV abgesegnet und erhielt eine E-Zulassung für den Straßenverkehr.

Das Basis-Modell

  • Porsche 911 Targa (ohne Motor)
  • Herkunft: Las Vegas
  • Baujahr: 1980
  • Sechszylinder luftgekühlt:
    3.000ccm
    180PS
    240NM

Nach dem Umbau

  • 7 Tesla Model S Batterien
  • Gewicht: ca. 1250 Kilo
  • 37 kWh
  • 200-250 km
  • ca. 72 kW, 200nm
  • Originalgetriebe
  • Dauer des Umbaus:
    Feb 2018 - Juni 2019
  • Konstruktion/Bau in Eigenentwicklung

Recherche - Baukonzept

Die Recherche dauerte ungefähr 6 Monate. Hierbei galt es, alle wichtigen Parameter der Elektro- und Hardwarekomponenten zu berücksichtigen. Spätere Korrekturen sind enorm aufwendig. Unser Ziel war möglichst viel selbst zu erarbeiten und umzusetzen.

Wir wollten eine Reichweite von 200+ Kilometer bei ausgewogener Balance und geringem Mehrgewicht. Die Fahrleistungen sollten dem Porsche angemessen sein. Außerdem wollten wir das Auto original belassen, sodass eine Rückrüstung möglich ist. Schaltgetriebe und Originalkabelbaum sollten erhalten bleiben. Weiterhin wollten wir keine Batterien im Innenraum verbauen.

Wir entschieden uns, Tesla Batterien vom Model S zu verwenden mit denen man maximale Reichweite erzielt und auch Gewicht einspart. Außerdem ist der Elektromotor luftgekühlt wie beim Original 😊.

Ansicht der Werkstatt.
Unsere Werkstatt. Hier wurde geschraubt, gebohrt, gesägt, vermessen und ab und zu auch geflucht. Danke Herr Anspach für den nachträglichen Einbau der Heizung!
Teamfoto neben Porsche.
Das Umbauteam. Marc (Masterstudent Maschinenbau, Darmstadt) und Kommilitone Fouad Boudouhi (Mechatronik Student, Darmstadt).
Das Bauteillager.
Das Bauteillager. Anfänglich war die Werkstatt mehr Ersatzteillager als Werkstatt, doch mit jedem Tag wurde der Haufen Teile kleiner.

Restauration des Basisfahrzeugs

Der Kauf eines Porsche 911 Targa ohne Motor als Basisfahrzeug erschien uns optimal von der Bauweise (Heckmotor) und außerdem hatten wir schon genügend Erfahrung mit dem Fahrzeugtyp. Und natürlich macht der offene Targa enorm Spaß, er ist durch das sportliche Fahrverhalten einfach unschlagbar.

Das Auto wurde komplett zerlegt und restauriert. Bremsen, Lenkung und Fahrwerk mussten nicht angepasst werden da das Original selbst 200+ PS locker verkraftet. Der schwarze Originallack wurde erneuert, innen wurden neue Turbosportsitze eingebaut.

Das Originalgetriebe mit Kupplung und Antriebswellen findet weiterhin Verwendung da hat sich nichts geändert. Der Elektromotor wurde mit einem Adapter an das Getriebe angedockt und an den original Motorlagern gelagert. Ansonsten wurde an der Karosserie nichts umgeschweißt oder verbastelt.

Konstruktion und Bau der Hardware

Sämtliche Verbauteile wurden bemaßt, eigens in CAD konstruiert und durch Bau von Prototypen zunächst auf Passform getestet bevor der eigentliche Umbau begann. Die Metallarbeiten nahmen einen großen Teil des Projekts ein. Unsere uralte 700 Kilo Bandsäge war uns ein guter Freund bei den anfangs mutierenden Konstruktionsvarianten.

Insbesondere der Verbau der Batterieboxen in der „schmalen“ Karosserie als auch die Befestigung der Teslabatterien war anspruchsvoll. Im Endausbau haben wir im vorderen Kofferraum vier und im hinteren Motorraum drei gebrauchte Teslabatterien incl. Batteriemanagementsystem untergebracht.

Die Batterieboxen wurde sehr präzise in Aluminium und Edelstahl gefertigt und mit den Stahlhilfsrahmen in die Karosserie verschraubt.

Über den Notsitzen findet eine Box der Firma E-Car-Tech Platz, in der der Controller und der Wandler untergebracht sind. Der Lader sitzt im Kofferraum neben der 12 V Batterie.

Konzeption Batteriebox
Konzeption unserer Batteriebox im CAD-Programm.

Installation der Elektrokomponenten

Bei der Installation der elektronischen Bauteile und Kabel hatten wir zusätzlich Unterstützung von zwei erfahrenen Elektroingenieuren aus dem Bekanntenkreis. Das Absicherungskonzept wurde überarbeitet und detaillierte Strompläne erstellt.

Alles musste passgenau und sicher verbaut werden. Die maßgeschneiderte Verkabelung des teilweise selbst entworfenen Kabelbaums auf engem Raum und die Verknüpfung der verschiedenen Systeme ist nicht trivial. Das war eine neue Welt für uns und wir waren froh über die Unterstützung von Jürgen und Nino, ohne die wir das sicherlich nicht geschafft hätten!

Steuerungskomponenten befinden sich unsichtbar unter dem Beifahrersitz und in der Mittelkonsole (Rekuperation, Batteriemanagement- und Controllersteuerung). Mithilfe eines USB-Anschlusses können wir die Parametrisierung der Motorsteuerung selbst vornehmen.

Verkabelung im Kofferraum.
Verkabelung im Kofferraum.
Erster Entwurf des Layouts für die Mittelkonsole.
Erster Entwurf des Layouts für die Mittelkonsole.
Ansicht der Werkstatt.
Nino bei der Verkabelung der Motorkabel zum Controller.

Inbetriebnahme des Elektroporsche

Die Inbetriebnahme und Vorbereitung für den TÜV-Termin wurde durch die Firma E-Car-Tech durchgeführt. Herr Franz und seine Kollegen berieten und unterstützten uns aktiv während des Projekts was uns guten Rückhalt gab. Die 100-seitige Dokumentation des Umbaus für den TÜV-Termin wurde von uns selbst erstellt.

Die Inbetriebnahme war spannend, denn wir konnten uns vor lauter Umbaustress zum Schluss gar nicht mehr vorstellen, dass es auch funktioniert. Zudem hatten wir enormen Termindruck, weil wir zum e4testival Event auf dem Hockenheimring eingeladen waren.

Eine Woche vorher schafften wir wirklich last minute den TÜV-Termin, bei dem uns der Prüfer bescheinigte: „…des is gut gebaut...des hält...“ Die Zulassung zum Straßenverkehr bekamen wir einen Tag vor der Deadline. Spannender kann es nicht sein...wir waren sehr erleichtert!!!

Verschaffen Sie sich einen Einblick, wie die Testphase verlaufen ist:

Herr Franz, E-Car-Tech bringt den Motor erstmals zum laufen.
Erste Testfahrt auf dem Gelände

Fahrerlebnis

Das Fahren mit dem Elektroporsche ist ein einzigartiges Erlebnis. Einerseits gleitet man geräuschlos dahin, andererseits sind die aktiven Fahreigenschaften erhalten geblieben. Durch ein Mehrgewicht von nur 50 Kilo und einer unveränderten Fahrzeugbalance hat sich das tolle Fahrverhalten nicht geändert. Gerade bei gutem Wetter macht das Fahren bei offenem Dach enorm viel Spaß.

Viele sind überrascht, dass man bei uns noch schalten kann. Aber es passt zum Porsche. Wir fahren in der Stadt alles im 2. Gang, auf der Landstraße und auf der Autobahn im 3. bzw. 4./5. Gang. 160KM/H sind möglich aber Geschwindigkeit ist nicht so wichtig. Die Reichweite von 200+ Kilometer machen auch längere Ausfahrten möglich. „Getankt“ wird über die Ladedose unter der originalen Tankklappe. Wir laden zuhause an der normalen Steckdose können aber auch an öffentlichen Ladestationen laden.

Wir konnten unseren Gedanken in die Realität umsetzen. Wir bedanken uns sehr an die Unterstützer dieses Projekts! Über Interesse an weiteren Umbauten würden wir uns freuen.

Slalomfahrt in
Hockenheim

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